Erlebte Chronik

Horst Stephan Pokal - Erlebte Chronik

Horst Stephan….
…. oder, wie die SVG Nieder-Liebersbach zur Sportakrobatik kam
 
Nachdem im Dritten Reich, der bereits 1911 gegründete Kraft-Sport-Club verboten wurde, trafen sich 1945 26 sportbegeisterte Bürger zur Neugründung. Einer von ihnen war Horst Stephan.
Horst Stephan trat dem Verein bereits 1943 bei und spielte bis 1947 Handball. Ab 1948 gehörte er den Ringern und Gewichthebern an. Mit Hans Falter II und Hans Falter III nahm er den Pyramidenbau, der bereits in den 20er Jahren eine Hauptattraktion darstellte, wieder auf. Beflügelt von der Idee den Kunstkraftsport im Verein zu etablieren, lernte er erst mit 20 Jahren die damals geforderten fünf „Tricks“ um an Meisterschaften teilzunehmen. Dazu gehörten unter anderem Spagat, Standwaage, Handstand, Freikopf und Knotenhandstand.

Von 1951 bis 1956 trainierte er Schülergruppen als 2. Abteilungsleiter der Schwerathleten. 1961 wurde innerhalb der Schwerathletik die Abteilung Kunstkraftsport gegründet. Zur damaligen Männerdomäne kam 1964 mit Annetraud Emig das erste Mädchen zu den Kunstkraftsportlern. Horst Stephans erfolgreiche Trainerarbeit ermöglichte bereits 1965 die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften. Mit dem ersten Titelgewinn 1967 durch Heinz und Richard Andolfatto “Die 2 Santos“ begann eine erfolgreiche Laufbahn der Kunstkraftsportler der SVG.

Um diesen Sport auch dem breiten Publikum näher zu bringen, organisierte er ab 1966 21 Jahre lang die Sport- und Akrobatikschau am Ostersonntag. Dies und die bejubelten Auftritte bei Herbstsportfesten bewog ihn 1970 die selbständige Abteilung Kunstkraftsport zu gründen, die bisher noch immer der Ringerabteilung angegliedert war. Bis 1986 stand er der Abteilung vor und führte „seine Sportler“ zu 30 deutschen Meistertiteln in verschiedenen Disziplinen. Ebenso blieb es nicht aus, dass SVG Sportler in die Deutsche Nationalmannschaft zu Länderkämpfen und internationalen Meisterschaften berufen wurden.

Doch das war nicht alles. Neben seiner Abteilungs- und Trainertätigkeit engagierte er sich im Hessischen Sportakrobatikverband (HSAV). Er war 9 Jahre Landesjugendleiter (1969-1978); 9 Jahre (1977-1986) Landessportwart und 9 Jahre Vize-Präsident des HSAV (1986-1995). Ab 1970 war er auch Kampfrichter im Hess. Kunstkraftsport-Verband. 5 Jahre später wurde er Kampfrichter auf Bundesebene. Ab 1977 folgte die internationale Kampfrichterlizenz. Nach ungezählten nationalen und 35 internationalen Einsätzen beendete er nach 31 Jahren 2001 dieses Amt. Es entwickelten sich unzählige Kontakte und Freundschaften. Unter anderem die 25-jährige Freundschaft mit dem Präsidenten des Französischen Akrobatikverbandes Mathieu Ross von Rocher Freyming-Merlebach. Ebenso mit der Schweizer Akro-Gruppe Winterthur.

Die Freundschaften im „internationalen Geschäft“ die er als Funktionär und internationaler Kampfrichter bei Europa- und Weltmeisterschaften schließen konnte, bildeten auch die Basis für 5 Länderkämpfe mit Bulgarien (2), Polen (2) und Ungarn (1), die in der Großgemeinde Birkenau stattfanden. Gleiches galt für die Sportakrobatikgala mit Kulturaustausch. 1995 und 1999 mit der Chinesischen Nationalmannschaft sowie 1997, 2004, 2007 und 2015 mit der Russischen Nationalmannschaft.
Horst Stephan Chronik
1996 initiierte er mit den Sportakrobaten aus Sensbachtal eine Benefizveranstaltung für einen schwer verunglückten Akrobat. Neben der Chinesischen Nationalmannschaft nahmen auch die Deutsche Spitzenakrobaten daran teil.
 
Seit er 1986 die Abteilungsleitung abgab, steht er der Abteilung mit Rat und Tat zur Seite. Zahlreiche Auszeichnungen füllen Vitrinen und Alben. Besonders stolz ist er auf die Leistungsplakette der Deutschen Olympischen Gesellschaft.
 
Anläßlich seines 85. Geburtstages 2014 erhielt er die silberne Ehrenplakette der Gemeinde für herausragende Verdienste von Bürgermeister Helmut Morr überreicht. Anschließend durfte er sich auch im Ehrenbuch der Gemeinde Birkenau verewigen.
 
Am 24. August dieses Jahres feiert Horst seinen 90. Geburtstag.
 
All das wäre nicht möglich gewesen, ohne die tatkräftige Unterstützung seiner Frau Gertrud. Sie fungierte im Hintergrund als Ratgeber und Zuhörer, hatte stets ein offenes Haus und noch heute ist jeder willkommen. Drei Kindern und fünf Enkelkindern widmet er seine Zeit.
 
Wir, die Sportakrobaten, haben Horst Stephan unendlich viel zu verdanken und finden dennoch nicht genügend Worte um D A N K E zu sagen. Wir wünschen ihm und seiner Frau noch viele gemeinsame Jahre, vor allem Gesundheit.
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Was kann eine Abteilung für sein Engagement tun,
das ausdrückt, wie sehr sie ihren Ehrenabteilungsleiter schätzt?
 
Was kann das D A N K E Horst Stephan unterstreichen?
Was bleibt in Erinnerung?
 
So entstand die Idee und Umsetzung des
Horst Stephan Pokals,
dessen 9. Auflage heute stattfindet.